Konzeption

Einrichtung und Einrichtungsträger

Die Wohnstätte Berendholz ist eine offene, vollstationäre Betreuungseinrichtung, die seit 1967 besteht. Herr Egon Mahrt ist der Inhaber dieser Einrichtung.

Ziele

Das Ziel der Betreuung ist es, die individuellen Fähigkeiten der Bewohner zu erhalten bzw. zu fördern und den Bewohnern damit ein Leben in einer sozialen Gemeinschaft (nach § 53 Abs. III SGB XII) zu ermöglichen. Dabei ist es ein besonderes Anliegen, die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit zu stabilisieren und zu erweitern. Die individuellen Neigungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten werden durch die Art der Betreuung, die Unterbringungsmöglichkeiten und die Lage der Einrichtung berücksichtigt.
Besteht einerseits bei gelingender Förderung die Möglichkeit des Rückzugs in die eigene Häuslichkeit, so kann andererseits auch eine langfristige Betreuung bis hin zur Beheimatung Ziel der Betreuung sein.

Zielgruppe

Aufgenommen werden volljährige Männer mit Erkrankungen aus den Bereichen der Psychiatrie und Sucht, die der stationären Unterbringung in Form der stützenden und aktivierenden Betreuung bedürfen. Sollte eine hirnorganische Störung oder körperliche Beeinträchtigung als Folge der oben beschriebenen Erkrankungen vorliegen, ist dies kein Aufnahme-Ausschlusskriterium.

Personelle Ausstattung

Beschäftigt wird, entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen, das zur Umsetzung der Konzeption und zur Leistung einer qualifizierten Betreuung erforderliche Fachpersonal. Die pädagogische Leitung der Wohnstätte Berendholz wird durch Frau Ricarda Weber, eine erfahrene Diplom-Sozialpädagogin ausgefüllt. Die tägliche Betreuung der Bewohner sowie die Ausgestaltung von Beschäftigungsangeboten und Alltagsaktivitäten werden von geschulten Heilpädagogen, Erziehern und Heilerziehungspflegern übernommen. Nachts ist ein Bereitschaftsdienst im Hause.

Lage der Einrichtung

Die Einrichtung liegt ca. 6 km nördlich der Stadt Schleswig in einer ruhigen, schönen Landschaft nahe dem Dorf Berend. Eine Besonderheit bietet die ruhige Zurückgezogenheit. Das Ankommen in der beschaulichen Natur unterstützt häufig das Wiederfinden der eigenen Persönlichkeit. Die Bewohner der Wohnstätte sind in das durch die Landwirtschaft bestimmte dörfliche Leben eingebunden, auch über die Teilnahme an den Festen oder dem Vereinsleben der Gemeinde hinaus. Eine Bushaltestelle zur Fahrt in die Stadt Schleswig befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hauses. Ein Kleinbus steht für Ausflugs- und Einkaufsfahrten und Fahrten zum Arzt zur Verfügung. Der Wohnstätte angegliedert ist eine Holzwerkstatt.

Räumlichkeiten

Es können insgesamt 43 Menschen in der Wohnstätte aufgenommen werden. Die Unterbringung erfolgt in freundlich eingerichteten Ein- und Zweibettzimmern. Die Zimmer sind so ausgestattet, dass sie ausreichend Rückzugsmöglichkeit für den einzelnen Menschen bieten. Gern können eigene Möbel mitgebracht werden. Verschiedene Tages- und Aufenthaltsräume bieten genügend Raum zum geselligen Beisammensein und für Veranstaltungen.In den warmen Monaten bieten die Sonnenterrasse und der Hof mit dem Blick auf die Teiche zusätzlichen Entfaltungsfreiraum.

Leistungsangebote

Die auf die Bedürfnislage des Einzelfalles abgestellte Betreuung und Versorgung findet in einer von der Heimleitung und den Mitarbeitern geprägten wertschätzenden Atmosphäre statt.
Die vorhandene Tagesstruktur der Einrichtung dient den Bewohnern als Hilfestellung, Halt und Sicherheit zu gewinnen. Die Förderangebote der Wohnstätte beinhalten das Training lebenspraktischer Tätigkeiten ebenso wie den Erhalt körperlicher Fertigkeiten und persönlicher Mobilität. Den Bewohnern wird auf diese Weise eine größtmögliche selbständige Lebensführung ermöglicht.

Beschäftigung
Es ist ein wesentliches Ziel der Betreuung, dass die Bewohner einen geregelten Tag-Nacht- Rhythmus leben. Durch die Beschäftigungsangebote in den verschiedenen Bereichen erhalten die Bewohner Aufgaben, die sie als sinngebend empfinden. Die Tätigkeiten dienen der Aktivierung und Erhaltung von persönlichen Ressourcen und der Strukturierung des Tagesablaufes. Die Beschäftigung außerhalb des Hauses auf dem Gelände der Wohnstätte wird von den Bewohnern als eine Normalität des „Arbeitslebens“ wahrgenommen. Einige der hier lebenden Menschen gehen auch einer außerhäusigen Beschäftigung in der WfbM in Schleswig nach.

In der Beschäftigungswerkstatt im Hause gibt es unter fachkundiger Anleitung die Möglichkeit, sich mit der Herstellung von kleinen handwerklichen Arbeiten zu beschäftigen. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Materialien wie Holz, Stoffe, Papier etc, um die Sensomotorik gezielt zu fördern. Die Bewohner können sich sägend, schneidend, hämmernd oder malend ausprobieren.

In der Holzwerkstatt werden unter Anleitung u.a. Sitzbänke und überdachte Sitzgruppen fertiggestellt. Bei diesen gröberen Holzarbeiten wird auf die Einhaltung nachvollziehbarer Arbeitsabläufe geachtet, um den Bewohnern die Identifikation mit ihrer Arbeit und den Ergebnissen zu erleichtern.

Die Mithilfe bei den hauswirtschaftlichen Verrichtungen in der Wohnstätte ist ein sehr zentraler Punkt des Beschäftigungskonzeptes. Dabei werden die Möglichkeiten des Einzelnen als gewinnbringend für die Gemeinschaft berücksichtigt. Die Bewohner übernehmen möglichst eigenständig die Reinigung des eigenen Zimmers. Darüber hinaus werden sie zur Unterstützung in der Küche sowie zur Mithilfe bei der Hausreinigung motiviert. Vielen Bewohnern ist eine kontinuierliche Beschäftigung sehr wichtig. Die Einbeziehung in den hauswirtschaftlichen Bereich fördert die Eigenverantwortlichkeit der Bewohner und führt zu einem verantwortungsvollen Umgang und zu sozialem Verhalten innerhalb der Einrichtung.

Die Pflege der Außenanlagen bietet eine Beschäftigungsmöglichkeit, bei der die Bewohner den unmittelbaren Kontakt zur Natur hautnah erleben. Das Arbeiten im Gartenbereich bietet für viele Menschen eine besondere Möglichkeit, sich auf überschaubare Aufgaben zu konzentrieren und sich dabei zu entspannen. Bei der Pflege von Blumen und Büschen erhalten sie zudem eine anerkennende, positive Rückmeldung durch die Gemeinschaft, die sich an der Schönheit des Gartens erfreut.

Freizeit

Übers Jahr verteilt finden auf Berendholz verschiedene Freizeitveranstaltungen statt: Es wird Karneval gefeiert, zu Ostern gibt es kleine Überraschungen, in den Sommermonaten wird gegrillt, im Herbst wird das Erntedankfest begangen und in der Adventszeit veranstaltet die Wohnstätte eine besinnliche Weihnachtsfeier gemeinsam mit Angehörigen. Darüber hinaus finden Fahrten zu verschiedenen Ausflugszielen statt, zum Beispiel in den Tierpark, zum Fußballspiel nach Hamburg sowie die wöchentlichen Einkaufsfahrten in die Stadt. Zur Erhaltung der körperlichen Fitness werden die Bewohner täglich motiviert, an den Spaziergängen in der Umgebung teilzunehmen.
In den Wintermonaten wird auf Wunsch das Schleswiger Hallenbad aufgesucht, die Kegelbahn wird gebucht und mit Freuden angenommen und es finden Heim-Kinoabende statt. Regelmäßige Fahrten zur Disco nach Schleswig finden ebenfalls großen Anklang.
Gemeinsam mit den anderen Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft der Wohnstätten werden verschiedenste Veranstaltungen über das gemeinsame Freizeit- und Beschäftigungsprogramm angeboten. Hier wird Bingo gespielt, Minigolf, Diavorträge gezeigt, Museen besucht und vieles mehr. Tanzveranstaltungen werden gemeinsam mit einer befreundeten Wohnstätte begangen, die überwiegend von Frauen bewohnt wird. Beim Frühlingsfest und beim Wandertag treffen sich die Bewohner aller fünf zur Arbeitsgemeinschaft der Wohnstätten zusammen geschlossenen Einrichtungen sowie des angegliederten Pflegeheims und begehen gemeinsam einen geselligen Tag. Die entstandenen Freundschaften werden als ein Teilbereich des normalen Lebens angesehen und gefördert.
Ausflugsfahrten geben Gelegenheit, die Umgebung kennen zulernen und die Bewältigung der Anforderungen des Lebens in der Gesellschaft zu trainieren.

Im Wechsel mit den anderen in der Arbeitsgemeinschaft der Wohnstätten zusammengeschlossenen Einrichtungen werden in einem Ferienhaus in dem Ostseebad Damp ganzjährig einwöchige Freizeitmaßnahmen für jeweils 5 Bewohner angeboten. Durch den in dieser Woche bestehenden engen Kontakt untereinander und der Möglichkeit, den Tagesablauf selbst zu bestimmen und das Programm zu beeinflussen, ergibt sich eine Situation des intensiven sozialen Trainings. Hierzu gehört, den Speiseplan und die dazugehörige Einkaufsliste gemeinsam zu erstellen, das Essen selbst zuzubereiten und die Freizeit in der Gruppe zu planen. Dies dient der (Wieder-) Entdeckung der eigenen Interessen und der Ausformulierung der persönlichen Wünsche.

Wohngruppe

Bei einer ausreichenden relativen Selbständigkeit und Eigenverantwortung ist ein Leben in der Wohngruppe möglich. Die Wohngruppe befindet sich auf dem Gelände der Wohnstätte in einem Extrahaus. In diesem Haus leben fünf Bewohner gemeinschaftlich zusammen. Die Betreuung und Versorgung ist entsprechend den Anforderungen und Bedürfnissen der Wohngruppe angepasst. Frühstück und Abendbrot werden dort alleine zubereitet. Das Mittagessen wird in der Wohnstätte zu sich genommen. Die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten werden von allen Bewohnern selbständig verrichtet.

Versorgung

Es werden täglich drei Mahlzeiten angeboten, zusätzlich wird nachmittags Kaffee und Gebäck gereicht. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten wird Wert auf frische Zutaten und ausreichende Vitaminzufuhr gelegt. Diät- und Schonkostanforderungen können ebenso erfüllt werden, wie auch Mahlzeiten nach kulturellen Besonderheiten.

  • Frisör und Fußpflege kommen ins Haus.
  • Eine Verwaltung des Barbetrages ist möglich.
  • Eine gründliche Reinigung der Räumlichkeiten und der sanitären Anlagen wird durch Angestellte der Wohnstätte gewährleistet.

Ärztliche Betreuung

Die ärztliche Versorgung wird von niedergelassenen Ärzten und Fachärzten unter Berücksichtigung der freien Arztwahl übernommen. Ein Facharzt kommt regelmäßig in die Einrichtung und kann dort in Anspruch genommen werden. Bei einer evt. medikamentösen Behandlung werden die Arzneien nach ärztlicher Anweisung auch mehrmals täglich ausgegeben.

Erhöhte Pflegebedürftigkeit

Da viele Bewohner der Wohnstätte Berendholz über lange Jahre bis ins hohe Alter bei uns leben, ergibt sich für die Einrichtung die humanitäre Verpflichtung, die Betreuung und Pflege der Bewohner auch dann zu gewährleisten, wenn sich die Pflegebedürftigkeit altersbedingt erhöht. Deshalb pflegen wir regelmäßigen Besuchskontakt zu unserem Pflegeheim Bergkoppel.
Das Pflegeheim Bergkoppel ist im September 1995 eröffnet worden und ist ein wichtiger Baustein in der Fortführung der Betreuungstätigkeit der in der Arbeitsgemeinschaft der Wohnstätten zusammengeschlossenen Einrichtungen.

Kosten

Die Kosten werden in Gestalt einer Vergütungsvereinbarung zwischen dem Kreis Schleswig-Flensburg und der Einrichtung
nach § 75 Abs. III SGB XII festgelegt. Personen, die die Kosten selbst nicht aufbringen können und für die auch Dritte
nicht eintreten, können Hilfe nach dem SGB XII (§§ 53, 54 ff) beanspruchen. Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnstätten kann
bei der Beantragung behilflich sein.

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